Digitale Qualitätsprozesse bei METASYS: Vom Systemwechsel zur integrierten QS-Lösung

Mit der Entscheidung, von Proalpha auf APplus zu wechseln, entstand die Chance für einen strukturellen Neuanfang. Klar war: Wenn ERP und CAQ künftig harmonisch miteinander interagieren sollen, muss das Qualitätsmanagementsystem zielgerichtet auf APplus ausgerichtet sein. Der Wunsch war eine Lösung, die tief integriert ist, Medienbrüche eliminiert und die operativen QS-Prozesse spürbar verschlankt. Genau an diesem Punkt rückte QS1 in den Fokus.

Die METASYS Medizintechnik GmbH ist ein weltweit tätiger Hersteller dentaltechnischer Geräte, Hygienelösungen, Amalgamabscheider und Systeme zur Entsorgung von Zahnarztabfällen. Als nach ISO 13485 zertifiziertes Unternehmen sind stabile Qualitätsprozesse, lückenlose Rückverfolgbarkeit und hohe Nachweisfähigkeit zentrale Bausteine des täglichen Geschäfts. METASYS arbeitete die letzten Jahrzehnte mit einer Systemkombination: Proalpha als ERP-System plus das CAQ-System der Fa. Böhme & Weihs im Bereich Qualitätssicherung.

Ausgangssituation: Doppelte Systeme, hoher Aufwand

Mit rund 75 Mitarbeitern und den strengen regulatorischen Vorgaben im Medizinproduktebereich stellt METASYS hohe Anforderungen an Datenqualität und Prozessstabilität. In der Praxis kam es jedoch durch die bestehende Schnittstelle zwischen ERP- und CAQ-System immer wieder zu Problemen. Notwendige Änderungen und Anpassungen ließen sich nur mit erheblichem finanziellem sowie organisatorischem Aufwand umsetzen und verursachten zudem lange Umsetzungszeiten.

 

Kontaktanbahnung und fachliche Tiefe

Der Erstkontakt entstand über ein Partner-Webinar von Asseco und QSC. Daraus entwickelte sich ein intensiver Austausch mit METASYS, einschließlich mehrerer QS1-Demotermine. Ergänzend fanden zwei Kundenreferenzbesuche bei Digital Elektronik und Kohl & Sohn statt, die einen realistischen Einblick in die integrierten QS1-Prozesse ermöglichten. Die detaillierte Vorabprüfung verdeutlicht die hohen Anforderungen von METASYS – insbesondere an die nahtlose Integration in APplus.

Warum QS1? Umfassende APplus-Integration als Schlüsselfaktor

Die Entscheidung zugunsten von QS1 war das Ergebnis einer technischen wie betriebswirtschaftlichen Gesamtbewertung. Folgende Aspekte standen dabei im Vordergrund:

  • Umfassende Integration in APplus
    • Die Wareneingangsprozesse werden ohne Medienbruch aus dem ERP heraus gesteuert. Prüfaufträge entstehen automatisch direkt aus dem APplus-Wareneingang, Sperr- und Freigaben laufen automatisiert zurück ins ERP. Auch die D3-DMS-Anbindung steht im Standard ohne Zusatzprogrammierung zur Verfügung.
  • Vereinfachung durch Gruppenprüfpläne
    • Die bisher einzeln gepflegten Prüfpläne werden zu Gruppenprüfplänen konsolidiert. Damit reduziert sich der Pflegeaufwand erheblich, Versionierungen werden einheitlich gesteuert und die Prüfstrategie soll über Produktgruppen hinweg harmonisiert werden
  • Automatisierte Dynamisierung der Stichprobenmengen
    • QS1 steuert die Stichprobentiefe dynamisch anhand von Ergebnishistorie und Prüfstrategien. Manuelle Entscheidungen entfallen, die Prüfdichte passt sich automatisch der Risikosituation an.
  • Live-Dashboards für schnelle Entscheidungen
    • QS1 stellt Auswertungen inkl. direkter ERP-Datennutzung in Echtzeit bereit. Abweichungen, Trends und Prozesskennzahlen sind jederzeit sichtbar, ohne Datenexporte oder Excel-Aufbereitung
  • Komplettes Chargennetz
    • Die Rückverfolgbarkeit erfolgt durchgängig in einem System. Chargen und Seriendaten lassen sich ohne Suchaufwand verfolgen – ein zentraler Vorteil für in Bezug auf die Anforderungen der EN ISO-13485.

Projektumfang und modulare Einführung

Für die Umsetzung lizenzierte METASYS ein breites Spektrum an QS1-Modulen: Wareneingang, Fertigungsprüfung, Warenausgang, Prüfmittelverwaltung, Messmittelintegration, SPC, Chargenverfolgung, EMPB, Reklamationen intern und Lieferant sowie Lieferantenbewertung. Diese Modulbasis deckt die komplette Wertschöpfungskette von der Wareneingangskontrolle bis zur Reklamationsauswertung ab.

Wirtschaftlichkeit und Entscheidungsprozess

Neben der technischen Eignung spielte auch die Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle. Die Wartungskosten der bisherigen CAQ-Software lagen deutlich höher als bei QS1. Dadurch amortisiert sich der Umstieg auf QS1 innerhalb von fünf Jahren – inklusive der laufenden QS1-Wartungskosten. Das Projekt überzeugte damit nicht nur technisch, sondern auch durch seine klare betriebswirtschaftliche Vorteilhaftigkeit.

Der finale Entscheidungsprozess umfasste mehrere vertiefte Abstimmungen zwischen der Geschäftsführung von METASYS und Friedrich Piewald, dem CEO von QSC. Um die parallele Wartung zweier Systeme zu vermeiden, wurde ein gemeinsamer Zeitplan ausgearbeitet, der eine komplette Ablöse der bestehenden CAQ-Software innerhalb eines Jahres vorsieht.

Fazit: Ein integrierter Neustart im Qualitätsmanagement

Mit QS1 setzt METASYS auf eine Lösung, die sowohl die strategischen Ziele als auch die operativen Anforderungen optimal unterstützt. Die nahtlose Integration in APplus, automatisierte Prüfprozesse, eine dynamische Stichprobensteuerung sowie die vollständige Rückverfolgbarkeit sorgen für mehr Geschwindigkeit, Transparenz und Sicherheit in der Qualitätssicherung. 

Gleichzeitig sinkt der Pflegeaufwand deutlich und der Betrieb wird wirtschaftlich effizienter. METASYS zeigt damit, wie ein mittelständischer Hersteller im regulierten Umfeld seine Qualitätssicherung durch konsequente Integration, Automatisierung und eine klare IT-Strategie nachhaltig modernisieren kann.